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Hier finden Sie Beschreibungen von Menschen, die freundlicherweise ihre eigenen Erfahrungen mit Esalen Massage in Worte gefasst haben.
Vielen Dank an die Autoren und viel Spaß beim Lesen!
Esalen-Massage. Ein Erfahrungsbericht.
Wie waren meine Erfahrungen mit Esalen-Massage? Auf der Suche nach den richtigen Worten komme ich mir vor wie eine Kunststudentin, die einen Schwarzweißfilm über den Regenbogen drehen möchte. Du weißt, wie das ist: manche Dinge lassen sich nicht gerne beschreiben, weil sie lieber erlebt werden möchten. Was kann ich dir schreiben, um dich neugierig genug zu machen, es einfach selbst auszuprobieren?
So viel kann ich dir sagen: Es war - anders. Anders als all die zahlreichen Formen von Massage, Körperarbeit, Therapie oder Entspannungstechnik, die mir auf der langjährigen Suche nach "irgendwas, das weiterhilft" je begegnet sind. Ein überraschend intensives Erlebnis, mit unerwarteten und rundum erfreulichen Folgen.
Es beginnt damit, dass es nie aufhört - zumindest fühlt es sich so an. Meist gehst Du irgendwohin und weißt: das dauert jetzt eine kurze Weile, danach soll oder darf ich mich noch ein wenig entspannen, und dann schaut irgendwer auf die Uhr und es ist vorbei, bevor überhaupt etwas angefangen hat. Dann denkst Du dir: Schade eigentlich - war das schon alles?
Bei Esalen fängt etwas an, ganz zart, wie ein sanfter Wind in den Dünen. Dann hörst Du ein Atmen wie das Meeresrauschen und erinnerst Dich, dass es immer da gewesen ist; Du beginnst Dich tragen zu lassen von den Wogen, schon bald bist Du Teil von einem Ganzen und nicht mehr das vereinzelte Stück Mensch, das nicht weiß woher es gekommen ist und wohin es gehen wird. Du bist einfach da. Und auch wenn ich wenige Stunden später den Eindruck hatte, das Schönste und Wichtigste gleich wieder vergessen zu haben, kann ich doch die sanfte, nachhaltige Veränderung spüren, die ich mit mir genommen habe. Ich bin um ein paar Schmerzen und Tränen leichter geworden an diesem Abend, dafür um einiges reicher and Energie und Lebensfreude. Es mag Wunschdenken sein, doch ich meine, in den darauf folgenden Tagen war ich nicht nur entspannter und ruhiger, sondernd auch wacher und kräftiger. Lebendiger, vor allen Dingen.
Da war eine tickende Uhr im Raum, zufällig, und diese Art monotone Geräusche machen mich immer nervös. Fast immer. Als ich das nächste Mal dieses Ticken wahrnehme, sind Stunden vergangen - zwei auf der Uhr, mehr oder weniger, doch in mir drin - wer vermag das zu sagen? Ein wenig muss ich an Parsifal denken und Wagners "die Zeit wird hier zum Raum". Und ich bin eine andere geworden. Nein - ich bin viele andere gewesen. Aufgehoben, geborgen, aufmerksam, staunend - ein kleines Kind, das sich trösten und wiegen lässt; eine zärtlich Liebende; eine schmerzlich Verlassene; eine alte Frau, die indianischen Klängen lauscht; Mutter Erde, Menschenkind. Empfindungen kommen und gehen, bald kann ich zuschauen dabei wie sonst den Wolken am Himmel.
Bald scheint es mir, als habe das Leben seine Geschichte stetig und tief in meinen Körper geschrieben, als sei das energische und doch behutsame Tasten und Streichen dieser unbekannt-vertrauten Hände der Versuch, die geheimen Schriftzeichen zu entziffern? oder ist es gar eine Notenschrift, die auf wunderbare Weise zum Klingen käme, wenn ich nur den Mut dazu fände, das "Innen" nach außen zu lassen und der freundlichen sonoren Einladung meines Gegenüber Folge zu leisten?
Für Sekunden, Minuten vielleicht wird mir bewusst, was für arme und begrenzte Wesen wir Menschen sind, in ich-weiß-nicht-welchem Gefängnis eingeschlossen. Doch auch das andere spüre ich, dieses weite, grenzenlos anmutende Potential, welches irgendwo schlummert und nur darauf zu warten scheint, geweckt zu werden. Ich denke an ein paar liebe Menschen, denen ich solch ein Erlebnis wünschen würde. Ich kann spüren, wie meine linke Hand geben und mit-teilen möchte, ohne sorecht zu wissen, wie; wie sehr die rechte Hand angespannt ist vom allzu vielen Festhalten-wollen. Ein Musikfetzen kommt mir in den Sinn aus dem Rosenkavalier, von der Leichtigkeit im Leben: "leicht muss man sein mit leichten Händen halten und nehmen, halten und lassen?" - ja sicher, wenn`s nur nicht so weh täte von Zeit zu Zeit. Derweil kann ich fühlen und beinahe be-greifen, wo der Schmerz oder die ver-Spannung sich eingegraben haben, in den Fußsohlen, im Rücken, der Hüfte, in den Muskeln und Sehnen und wer weiß wo sonst noch überall. Wie kann das nur sein? Wo kommen all die Bilder und Gedanken her, die wie auf "Knopfdruck" in mir auftauchen? Wie passt das Heidelberger Schloss zu meiner Hüfte und Hofmannsthal zu meinem Nackenwirbel, und was hat die linke Fußsohle mit meinem Kummer zu schaffen? - Doch es ist müßig, mich das zu fragen, denn wer vermag schon beim menschlichen Wesen die "hardware" von der "software" zu unterscheiden - und wahrscheinlich ist dieses Bild wie die meisten Bilder und Konzepte ohnehin ganz unzulänglich und unangebracht.
Für eine kurze Zeitspanne war es möglich, das Denken hinter dem Fühlen zurücktreten zu lassen. In meinem Falle ist das schon recht viel. Das gibt Hoffnung. So habe ich an jenem Abend etwas neu erfahren und wieder entdecken gelernt: Dass ich kein vereinzeltes, isoliertes Wesen bin - und dass Bewegen und Verändern möglich ist - stets langsamer als mein ungeduldiges Wesen es haben möchte, sicherlich beschwerlicher, auch schmerzhaft in manchen Momenten, - aber möglich, bestimmt sogar lebens-notwendig, und vor allen Dingen menschlich. Und dass es offenbar viele, sehr viele verschiedene und spannende Wege gibt, den unerkannten Triebfedern unseres Daseins nach- und Energien aufzuspüren.
Es wird nicht meine letzte Begegnung mit Esalen gewesen sein.
Anne-Kathrin
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